Prof. Dr. med. Heinzpeter Moecke ist am 26.11.2015 nach langer, schwerer Krankheit verstorben. Mit ihm verlieren die Notärzte Deutschlands einen visionären und kreativen Vordenker, der den Großteil seines beruflichen Lebens und seine ganze Leidenschaft in Aufbau und Entwicklung der Notfallmedizin und des modernen Rettungswesens investiert hat.

Heipe, wie ihn viele seiner Freunde nannten, wurde am 15. August 1952 in Berlin geboren, verbrachte nach dem Abitur sein Leben in Hamburg. Dort bekam er als Pflegehelfer erste Berührungspunkte mit der Behandlung kranker Menschen. Von 1974 bis 1980 studierte Medizin und arbeitete nebenher im gerichtsärztlichen Dienst der Hansestadt Hamburg als Sektionsgehilfe. Nach der Approbation erfolgten Promotion, amerikanisches Staatsexamen und Anerkennung als Facharzt für Anästhesiologie, die später noch um die Bereichsbezeichnung Rettungsmedizin ergänzt wurde. Er nahm leitende Stellungen in den Hamburger Krankenhäusern Ochsenzoll (Klinikum Nord) und Barmbek ein. Seit 1998 bis zu seinem Tod war er Leiter des Instituts für Notfallmedizin, initial einem Landesbetrieb der Krankenhäuser Hamburg, der aktuell vom Asklepios-Konzern weitergeführt wird. Im Asklepios Konzern war Heinzpeter Moecke zuletzt als Konzernbereichsleiter Medizin & Wissenschaft tätig. Er leitete bis zuletzt die von ihm begründete Ärzteakademie in Hamburg. 2011 erhielt er die Ehrenprofessur der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. 2013 erhielt er das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Heinzpeter Moecke war in unzähligen Verbandsfunktionen und Ehrenämtern tätig, dabei sei nur beispielhaft sein Wirken als Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft in Norddeutschlandtätiger Notärzte (agnn), als Landesfeuerwehrarzt und ÄLRD in Hamburg, bei der Bundesärztekammer, wie auch seine Tätigkeit als Vertreter der leitenden Angestellten im Aufsichtsrat der Asklepios Kliniken Hamburg erwähnt.

Heinzpeter Moecke hat sein Wissen in unzähligen Zeitschriftenartikeln und Büchern sowie in stets packend vorgetragenen Referaten gerne und stets enthusiastisch wie engagiert weiter gegeben. Angewandtes Qualitätsmanagement, Patientensicherheit und praxisnahe Wissensvermittlung relevanter Erkenntnisse in der Notfall- und Akutmedizin waren seine Passion, die er als Vollblut-Kliniker, aber auch als neugieriger Lehrer und Forscher kontinuierlich weiterentwickelte.

Getrieben von einer unerschütterlichen Neugier war er ein Trend-Scout im allerbesten Sinne. In seinen Visionen ein Motor des Fortschrittes und der Weiterentwicklung. Weitergabe von Erfahrungen und Erkenntnisse waren Beruf und Hobby gleichermaßen. Berufsübergreifendes und interdisziplinäres Handeln war für ihn gelebte Selbstverständlichkeit. Er handelte stets nach dem Motto „Nur das Erreichte zählt – nicht das Erzählte reicht“.

Wichtiger aber als all das war seine stets verbindliche und offene Art, gepaart mit tiefgreifender Kompetenz und philantroper Grundüberzeugung. So haben ihn Freunde und Mitarbeiter, wie auch außen Stehende immer wieder gerne als Rat- und Ideengeber genutzt. Sein Freund zu sein war stets eine Ehre und Freude gleichermaßen. Jeder seiner Freunde wusste, dass er mit ihm einen verlässlichen, niemals wankelmütigen Begleiter mit unbeugsamem Rückgrat und klarem Kompass kennen darf.

Mit einer eher kleinen Schöpfung, an der Heipe maßgeblich beteiligt war und deren Entwicklung bis zuletzt von ihm begleitet wurde, wird er allen Deutschen Notärzten wohl noch für lange Zeit in Erinnerung bleiben: Das bundeseinheitliche DIVI-Notarzteinsatzprotokoll, der in ganz Deutschland etablierte notfallmedizinische Dokumentationsstandard, trägt seine unverwechselbar pragmatische Handschrift. Eine Dokumentationsgrundlage, auf die Verlass ist… wie man sich zu jeder Zeit auch auf Heinzpeter Moecke verlassen konnte. Wir alle vermissen Dich, denken an Dich… verlass Dich drauf.

Du fehlst uns sehr.

 

Die Vorstandschaft der agbn

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