Die Sepsis ist eine Tracerdiagnose und hat Eingang in das Eckpunktepapier zur notfallmedizinischen Versorgung 2016 gefunden. Die Relevanz des Krankheitsbildes, auch für die präklinische Diagnostik und Therapie im Notarztdienst ist bedeutend – aber auch mit Fallstricken und Unwägbarkeiten verbunden.

Unspezifische Symptome in der Frühphase und ein geringer Bekanntheitsgrad machen die Sepsis v.a. in der Präklinik zu einem gefährlichen Gegner. So können beispielsweise eine Tachykardie oder gar eine neu aufgetretene Tachyarrhythmie schnell als primär kardiales Problem fehl interpretiert werden; eine falsche Arbeitshypothese ist die Folge. Dies kostet möglicherweise wertvolle Zeit. Dass Zeit kostbar ist, wissen wir aus der Therapie des Akuten Koronarsyndroms und des Schlaganfalls. Dass sich die Prognose des septischen Schocks durch eine verspätete Antibiotikatherapie und Fokussanierung dramatisch verschlechtert ist nicht zu allzu tief im notfallmedizinischen Wissen verankert. Notwendige Voraussetzung für eine schnelle und zielgerichtete Therapie ist die entsprechende Verdachtsdiagnose. Und genau diese für die Sepsis zu stellen, ist eine echte Herausforderung. Die Sepsis kleidet sich in viele Gewänder und ist somit, gerade in der Frühphase, schwer zu erkennen ist.

Damit wir als Notärzte eben in dieser Frühphase die Weichen für den septischen Patienten richtig stellen können bieten Prof. Thomas Wurmb und Prof. Michael Schroth auf der Jahrestagung in Weiden ein Seminar zu diesem Thema an. Neben pathophysiologischen Grundlagen sollen Diagnostik, Therapie und mögliche Fallstricke intensiv besprochen und diskutiert werden.

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