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Organisatorischer Leiter (OrgL)

gemäß IMBek vom 01.01.1999

Ergänzung entsprechend Schreiben des BaySTMI vom 29.11.2000

Das Einsatzfeld des OrgL im Rahmen der Sanitätseinsatzleitung (San-EL) ist nicht das gewohnte, regelmäßig wiederkehrende Einsatzgeschehen. Einsatzfeld sind nur die Ereignisse ungewöhnlichen Ausmaßes. Der OrgL im Sinne der Richtlinie ist damit gerade nicht ein "Organisatorischer Leiter Rettungsdienst", sondern eine Führungsfunktion im Bereich von Großschadensereignissen und Katastrophen.

Vergleichbar ist diese Funktion im Hinblick auf Einsatzschwelle, Schadenausmaß und Häufigkeit entsprechender Ereignisse mit der Funktion des "Örtlichen Einsatzleiters" (ÖEL) im Katastrophenschutz (Art. 6 und 15 BayKSG). Das Konzept über ÖEL wurde Mitte 1993 in Bayern eingeführt und basiert auf der Vorbenennung der ÖEL‘s, die überwiegend aus dem Bereich der Feuerwehrführungsdienstgrade, aber aus dem Bereich der Hilfsorganisationen, des Technischen Hilfswerkes und der Kreisverwaltungsbehörde kommen.

Die Einsatzschwelle gemäß der Richtlinie für die Bewältigung von Schadenereignissen mit einer größeren Anzahl Verletzter oder Kranker ist dann, wenn die Anzahl der Verletzten eine über das gewöhnliche Einsatzgeschehen hinausgehende Vorgehensweise des Rettungs-/Sanitätsdienstes unter der Führung einer Sanitätseinsatzleitung (= LNA + OrgL) erforderlich macht, die die Einsatzkräfte des Rettungs-/Sanitätsdienstes koordiniert.

Davon zu unterscheiden ist der "Einsatzleiter Rettungsdienst" als eine neue Funktion im Rettungsdienst (gemäß Schreiben des BaySTMI vom 31.03.2000). Das Bayerische Rettungsdienstgesetz sieht die Funktion des Einsatzleiters Rettungsdienst nicht vor. Dies schließt jedoch nicht aus, dass die Rettungsleitstelle mit Zustimmung des Rettungszweckverbandes derartige Einsatzleiter zum Einsatz bringt. Dieser Einsatzleiter Rettungsdienst hat dann allerdings — anders als der "OrgL" — keine rechtliche Weisungsbefugnisse . Er darf auch nicht OrgL genannt werden, um klare Abgrenzungen zu erreichen. Es besteht keine rechtliche Verpflichtung der Kostenträger, hierfür Personalstellen zu finanzieren. Eine Kostenerstattung nach Art. 23 BayRDG z.B. für ein Einsatzfahrzeug scheidet ebenfalls aus.

Die Führungsstrukturen beim Massenanfall von Verletzten lassen nur zu, dass die Sanitätseinsatzleitung stets nur vollständig, d.h. bestehend aus dem Leitenden Notarzt und Organisatorischen Leiter eingesetzt werden kann. Ein isolierter Einsatz des LNA oder des OrgL ist nicht zulässig.

Hinsichtlich der Koordinierung eines unterhalb der Regeleinsatzschwelle der Sanitätseinsatzleitung liegenden Einsatzes räumt die Richtlinie der Rettungsleitstelle die Möglichkeit ein, auch bei sonstigen Schadenslagen, bei denen es nach Meldebild einer Koordinierung bedarf, eines (vollständige) Sanitätseinsatzleitung einzusetzen.

Die agbn - Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte ist Mitglied in der Bundesvereinigung der Arbeitsgemeinschaften der Notärzte Deutschlands e.V. (BAND) und Partner von Dr. Heinrich Hindelang - Zahnärzte Nürnberg, welcher unter anderem Implantologie in Nürnberg anbietet.
01.11.2014 1:54:39