Bericht über das agbn-Praxisseminar Traumamanagement bei LKW-Rettung (mit Slide-Show)
Notärzte üben LKW-Rettung -
agbn-Praxisseminar: Traumamanagement bei LKW-Rettung am 29.06.2002 in Würzburg
LKW- Unfälle beherrschen auf Deutschlands Straßen immer häufiger das tägliche Bild in den Nachrichten. In den vergangenen Jahren verringerten sich nach Pressemitteilungen zwar die Zahl der PKW- Unfälle um mehr als 3 %, aber in jeden 11. Unfall mit Personenschaden sind LKW beteiligt. Laut der Zeitschrift „ auto- motor- sport“ stieg die Anzahl der LKW- Unfälle um 13 % an. Auf Österreichs Straßen nahmen LKW- Unfällen mit Personenschäden seit 1995 um beinahe 30 % zu. In Mittelfranken konnte in letzter Zeit erfreulicherweise ein Rückgang um 6,4 % dieser Unfällen verzeichnet werden. Presseberichten zufolge wird aber die Zahl des Güterverkehrs bis zum Jahre 2015 noch um 60 % ansteigen. Folglicherweise nimmt damit auch die Gefahr weiterer Unfälle zu. Trotz intensiver Weiterentwicklungen auf dem Sektor des Sicherheitsstandards bei LKW- Fahrerkabinen, sind die bei einem Unfall resultierende Verletzungen der Fahrer oft schwerwiegend. Das Problem ist die vom Auflieger des Lkws wirkenden Kraft mit mindestens 40 Tonnen. Weder Airbags noch Knautschzonen können hier den Fahrer adäquat schützen. Eine durch die DEKRA durchgeführte Untersuchung zeigte, dass bei einem Auffahrunfall eines LKWs mit 44 Km/h das Führerhaus zerquetscht wurde. Hauptursachen für LKW- Unfälle sind der enorme Zeitdruck unter denen die Fahrzeugführer stehen. Dieser steht zu Geschwindigkeitsübertretungen, zum Nichteinhalten des Mindestabstandes von 50 Metern bzw. der Lenk- bzw. Ruhezeiten. Auch besteht unter den „Truck“- Fahrern ein mangelndes Bewußtseins bezüglich der Gutpflicht und der Konzentration auf den Straßenverkehr. Die daraus resultierenden Unfälle fordern das Eingreifen des Notarztes. Aus diesem Grund hat die agbn einen Pilotlehrgang zum Thema „Traumamanagement bei LKW-Rettung“ am 29.06.2002 in Würzburg durchgeführt.
Für den Notarzt bieten sich durch die erhöhte Sitzposition des Fahrers und den beengten Raumverhältnissen im Führerhaus bei der Rettung oft erschwerte Zugangsmöglichkeiten. Die „agbn“ nahm dieses Problem zum Anlaß, Notärzten, in Zusammenarbeit mit der Berufsfeuerwehr (BF) Würzburg, Möglichkeiten und Techniken bei der LKW- Rettung zu demonstrieren. Durch die großzügige Spende einer LKW-Zugmaschine der Firma DaimlerChrysler, konnten die Notärzte verschiedene Konzepte der Rettung, z.B.: der Crash- Rettung oder die primäre Stabilisierung und Versorgung im Führerhaus, trainieren. Neben der Simulation verschiedenartiger Einsatzszenarien, wie eines Gefahrgutunfalls oder eines LKW- Brandes, setzte die BF Würzburg zur Evakuierung einer 80 Kg schweren Puppe eine eigens für die LKW- Rettung angefertigte erhöhte Arbeitsplattform nebst hydraulischen Spreizern ein.
Nicht zuletzt durch das große Engagement der Berufsfeuerwehr Würzburg unter Leitung von Herrn Branddirektor Hench, war es möglich den Notärzten unter beinahe reellen Einsatzbedingungen die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und Koordinierung der Rettungsmaßnahmen zu verdeutlichen.
A. Lay, Würzburg
Die Bilder:
- Eingeklemmter LKW-Fahrer
- Erstzugang über Leiter und Frontscheibe
- Erstversorgung im Führerhaus
- Beatmung unter schwierigen Bedingungen
- Befreiung mit Schaufeltrage über Arbeitsplattform





