Wir begrüßen Sie auf der Website der
Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte!

Wir vertreten die notfallmedizinischen Interessen der etwa 3000 bei uns organisierten Notärztinnen und Notärzte und an der Notfallmedizin interessierten Ärztinnen und Ärzte –
und vor allem die notfallmedizinischen Interessen unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Bayern!

Wir freuen uns über Ihren Besuch !

 


+++ AKTUELLE MITTEILUNG +++ AKTUELLE MITTEILUNG +++ AKTUELLE MITTEILUNG +++


Vergütungsregelung für Notärzte

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir hatten versprochen, dass wir uns vor und hinter den Kulissen um die erforderlichen Nachbesserungen bei der Vergütungsregelung kümmern. Wie unter Anderem
hier zu lesen war, gibt es auch erste positive Signale.

So freuen wir uns, heute mitteilen zu können, dass als erster sinniger Schritt dieses Jahres die Berechnung zur Verlustbegrenzung samt zugehöriger Vergütungsanpassung NICHT wie ursprünglich angekündigt AUF ANTRAG sondern zum Quartalsende für jede Notärztin und jeden Notarzt AUTOMATISCH erfolgen wird.

Ja, das ist nur ein sehr sehr kleiner Schritt und wir hören schon, wie die üblichen Verdächtigen jetzt lamentieren „die agbn rühmt sich für Regelungen, die wir für selbstverständlich halten und außerdem…“. Denen empfehlen wir, beim Antragsverfahren zu bleiben, denn es ist ja nicht verboten Anträge zu schreiben.

Wir sparen uns ab sofort die Anträge, bleiben dran und werden uns bemühen weiter kleine (und vielleicht auch mal große) Schritte für Sie zu gehen… lieber langsam, dafür aber vorwärts, da sind wir ungebrochen zuversichtlich. Wir halten Sie auf dem Laufen(den)...

Mit herzlichen Grüßen

Peter Sefrin und Michael Reng


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Dringende Information!

Fortbildung für Notärzte

Der 73. Bayerische Ärztetag bittet das Präsidium der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK), dem Bayerischen Ärztetag 2015 eine Satzungsregelung der BLÄK vorzulegen, in der die Fortbildungspflicht von Notärzten entsprechend Artikel 44 Abs. 2 des Bayerischen Rettungsdienstgesetz (BayRDG) konkretisiert werden soll. Der notwendige Fortbildungsumfang soll 50 Fortbildungspunkte im Zeitraum von fünf Jahren im Rahmen des Fortbildungszertifikats der BLÄK umfassen, die durch Fortbildung in für Notärzte relevanten Themen erworben werden.

Die Nachweisführung über die einschlägigen Fortbildungsaktivitäten der einzelnen Notärztin/des einzelnen Notarztes gegenüber der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns soll auf möglichst einfache und effiziente Art in Anlehnung an die für die Krankenhausfachärzte im Fortbildungskonto der Kammer bereits vorhandene Möglichkeit der Selbsteinstufung der jeweiligen Notärztin/des jeweiligen Notarztes („Selbsteinstufung als notarztspezifische Fortbildungspunkte“) ermöglicht werden.


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Sehr geehrte Damen und Herren!

Beim letzten Workshop " Juristische Fragen im Notarztdienst " sind wir eine eindeutige Antwort auf eine Frage nach der vorläufigen Todesbescheinigung schuldig geblieben: Wie besprochen kann der diensthabende Notarzt, der den Patienten zuvor nicht behandelt hat, sich auf die Todesfeststellung und den Hinweis, dass ein anderer Arzt die vollständige Leichenschau ausführen muss, beschränken. Unklar war, wie dieser Sachverhalt zu dokumentieren ist. Dies ist in der Bayerischen Bestattungsverordnung, § 3 Abs. 7, geregelt: Das Formular zur Bescheinigung der vorläufigen Todesfeststellung muss dem vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bekanntgemachtem Muster entsprechen.

http://www.blaek.de/pdf_rechtliches/extra/todesbe.pdf

Dr. Alexander Siebel



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News



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Vergütungsregelung für Notärzte

 

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir hatten versprochen, dass wir uns vor und hinter den Kulissen um die erforderlichen Nachbesserungen bei der Vergütungsregelung kümmern. Wie unter Anderem
hier zu lesen war, gibt es auch erste positive Signale.

So freuen wir uns, heute mitteilen zu können, dass als erster sinniger Schritt dieses Jahres die Berechnung zur Verlustbegrenzung samt zugehöriger Vergütungsanpassung NICHT wie ursprünglich angekündigt AUF ANTRAG sondern zum Quartalsende für jede Notärztin und jeden Notarzt AUTOMATISCH erfolgen wird.

Ja, das ist nur ein sehr sehr kleiner Schritt und wir hören schon, wie die üblichen Verdächtigen jetzt lamentieren „die agbn rühmt sich für Regelungen, die wir für selbstverständlich halten und außerdem…“. Denen empfehlen wir, beim Antragsverfahren zu bleiben, denn es ist ja nicht verboten Anträge zu schreiben.

Wir sparen uns ab sofort die Anträge, bleiben dran und werden uns bemühen weiter kleine (und vielleicht auch mal große) Schritte für Sie zu gehen… lieber langsam, dafür aber vorwärts, da sind wir ungebrochen zuversichtlich. Wir halten Sie auf dem Laufen(den)...

Mit herzlichen Grüßen

Peter Sefrin und Michael Reng


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Nachbesserungen im Vergütungs-Poker

Die im Newsletter publizierten Forderung nach einer Verlustbegrenzungsregelung der Notarzthonorare wird erfüllt.

Zumindest im ersten Quartal 2015 greift eine Regelung, die Verluste von über 15% abfängt. Konkret werden am Ende des 1. Quartals alle Honorare nach alter und neuer Vergütungsregelung berechnet. Sollte sich dabei ergeben, dass eine Kollegin bzw. ein Kollege in Folge der neuen Vergütungsregelung Verluste von über 15% zu beklagen hat, wird der Differenzbetrag erstattet. Dies gilt auch für die Vergütung von Zweit- und Außennotärzten.

Wer zwischen den Zeilen lesen kann, konnte sowohl im Schreiben der KVB vom 15.12., wie auch in unserem Newsletter bereits erkennen, dass sich diese Regelung längst im Prozess der Vorabstimmung befand. Nur wegen fehlender Unterschriften im Abstimmungsprozess konnte sie erst jetzt veröffentlicht werden.
Leider haben Amateur-Berufspolitiker durch vollständig verfehlte Aktionen den Abschluss in letzter Sekunde beinahe noch gefährdet. Es wäre manchmal klüger, Aktionen mit Regionalvertretern und / oder agbn abzustimmen, um nicht wieder ein Fiasko wie bei der Zulassungsklage eines Kollegen zum Münchener Notarztdienst – die uns ja auf Jahre hinaus die Ermächtigungsgebühren beschert hat – zu erleben. Regionalvertreter und agbn sind nicht nur in Bezug auf die Finanzierung des Notarztdienstes versiert und qualifiziert informiert, sondern kennen auch die längst in den Schubladen befindlichen Antworten auf die althergebrachten wenn-dann-Drohungen. Eines muss uns allen klar sein: wer “wenn-dann” sagt muss auch bereit sein “dann” zu machen. Es wäre daher zielführend, Aktionen einzelner Standorte, die geeignet sind die Verhandlungspartner "auf stur schalten" zu lassen, im Vorfeld mit den Regionalvertretern oder mit uns abzusprechen.

Wir bleiben selbstverständlich auch über das 1. Quartal hinaus am Ball, und werden Sie informieren.


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Das Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir wollen dies zum Anlass nehmen, uns für das entgegengebrachte Vertrauen und die angenehme Zusammenarbeit zu bedanken mit einem Zitat:

Weihnachten ist nicht nur eine besinnliche Zeit, in der wir 
über die Geschichte nachdenken, sondern auch über all 
die Menschen, die uns besonders nahe standen, oder 
von denen wir etwas lernen konnten. 

An Weihnachten einfach mal all jenen Danke sagen, die 
uns begleitet und unterstützt haben, ist ein besonderes 
Weihnachtsgeschenk. Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit und die interessanten Gespräche in diesem Jahr!
Wir freuen uns auch im Neuen Jahr auf eine gute und konstruktive Zusammenarbeit mit allen Gremien für unsere Mitglieder. 

Wir wünschen Ihnen besinnliche Weihnachtsfeiertage und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr, sowie allen Kollegen, die an den Feiertagen Notarztdienst tun, einen angenehmen Dienst.









Liebe Kolleginnen und Kollegen, 

hier noch ein paar wichtige Informationen vor Weihnachten, die viele sicher bereits erwartet haben: 

Honorarreform quo vadis? 

Die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) hat in ihrer Mitteilung vom 15.12. das ab 1.1.2015 gültige Vergütungsmodell für den Notarztdienst vorgestellt. Der fast euphorischen Darstellung im ersten Teil des Dokuments, in dem die erreichten Ziele und die scheinbar umfassenden Vergütungssteigerungen vorgestellt werden, folgt dann aber auch das Bekenntnis, dass es nicht nur zu Einkommenssteigerungen, sondern „in einigen der einsatzstärksten Standorte“ zu Vergütungsverlusten kommen wird. Das schreit nach energischem Protest und Widerspruch. Sind wir also wieder an der gleichen Stelle, an der wir vor einem Jahr um den Fortbestand des bayerischen Notarztdienstes fürchten mussten, als wir nur durch heftige öffentliche und politische Interventionen Rückerstattungen und Kürzungen der Vergütung vermeiden konnten? 
Vor dem Aufstellen von Forderungen, vor jedem Protest macht es aber zunächst Sinn, sich mit dem Sachstand vertraut zu machen: 

Bisheriges Vergütungsmodell 

Dass das aktuell bestehende Vergütungsmodell ausgedient hat, war seit langem klar. Die teilweise erheblichen Vergütungsunterschiede zwischen einsatzstarken und einsatzschwachen Standorten waren nicht mehr alleine durch die unterschiedliche Arbeitsbelastung begründbar. Und in der Tat finden sich im oberen und unteren Vergütungsniveau unverhältnismäßige Honorare, die im allgemein akzeptierten, einfach einsehbaren, tarifvertraglichen Lohnniveau der Ärzte, egal welcher Arbeitsbelastung oder Qualifikation, keinerlei Entsprechung finden. Dass die klaffende Schere eklatanter Vergütungsunterschiede zu einer Abstimmung mit den Füßen, weg von den inakzeptabel vergüteten Standorten und hin zum Begehren der wenigen wirklich attraktiven Standorte führte, war nicht nur Folge soziogeografischer Gegebenheiten und konnte seit Jahren beobachtet werden. Nicht zuletzt war es die Klage eines Kollegen, der sich an einen der attraktiven Standorte per Gerichtsbescheid auf den Dienstplan bringen wollte, die uns als Kollateralschaden auch noch das Berechtigungs-Ermächtigungs-Desaster beschert hat. 

Verhandlungen und Wirrungen 

Der von agbn und einigen der Regionalvertreter erarbeitete Vorschlag für ein neues Vergütungsmodell (sog. Notarztmodel, siehe http://www.bayerische-notaerzte.de/?p=798) sah vor, eine bayernweit einheitliche Honorierung zu etablieren. Neben einer standortunabhängigen, gegenüber dem bisherigen Vergütungsmodell deutlich erhöhten Basisvergütung sah das Modell - um die Kosten mit einem realistischen Budget zu kalkulieren - eine ebenso bayernweit einheitliche Reduktion der Einsatzvergütungen vor. Ein Berechnungsbeispiel, das wir öffentlich angekündigt und via Web zur Verfügung gestellt hatten, welches diesen Vorschlag transparent macht und den Benutzern gleichzeitig die Möglichkeit gab, uns mitzuteilen, welches Verhältnis der Vergütungshöhen (Grundvergütung, Einsatzpauschale) der jeweiligen Kollegin bzw. dem jeweiligen Kollegen angemessen erscheint, wurde leider nur von 32 Kolleginnen und Kollegen (darunter 5 Regionalvertreter und alle agbn-Vorstandsmitglieder) genutzt. Aus den gewonnenen Daten konnte daher keine repräsentative Aussage für die Vergütungsvorstellung unserer Mitglieder generiert werden, die wir öffentlich hätten vorstellen können. 

Parallel zum Notarztmodell entwickelten die Kostenträger ein anderes Honorarsystem, welches eine komplett einsatzunabhängige Pauschalvergütung der bayerischen Notärzte vorsah (sog. Kassenmodell, siehe http://www.bayerische-notaerzte.de/?p=821). Neben der modellimmanenten Übernahme des Morbiditätsrisikos durch die Notärzte waren dort standortabhängige Stundenvergütungen zwischen 21,00€ für die 27 einsatzschwächsten Standorte und 44,33€ für die 7 einsatzstärksten Standorte vorgesehen. Eine Einsatzvergütung sah das Kassenmodell nicht vor. Das Kassenmodell wurde im Frühsommer erstmals kursorisch vorgestellt, dann im August 2014 mit Zahlen unterlegt und gleichzeitig mi t dem Verweis, dass alternativ der Gang zum Schiedsgericht (und damit voraussehbare Einbußen) erfolgen würde, als definitive Vergütungsregelung für 2015/16 präsentiert. Bei der Beratung in der Vorstandskommission der KVB stimmte ein Regionalvertreter dem Kassenmodell zu, ein Regionalvertreter enthielt sich in Anbetracht der in den Raum gestellten Drohung mit dem Schiedsgericht, zwei Regionalvertreter waren nicht anwesend. Vier Regionalvertreter und die agbn sprachen sich explizit gegen diese Regelung aus. Die KVB stimmte dem Kassenmodell daher in der darauffolgenden Verhandlungsrunde NICHT zu. 

Unerwarteter weise blieb der angekündigte Gang vor das Schiedsgericht aus, die Verhandlungen zwischen KVB und Kostenträgern - an denen agbn und Regionalvertreter leider nicht teilnehmen dürfen - wurden fortgesetzt. 
In der Folge entstand als Kompromiss zwischen Kostenträgern und KVB das nun vorgestellte Vergütungsmodell für den Zeitraum 2015 und 2016 (Vergütungsmodell-2015, siehe http://www.kvb.de/fileadmin/kvb/dokumente/Praxis/Rundschreiben/2014/KVB-RS-141215-Notarztdienstverguetung-ab-2015-Aerzte.pdf). Bereits bei der ersten Sichtung wurde von der agbn moniert, dass die unterschiedliche Gewichtung der Grundvergütung jetzt zu in der Höhe nicht akzeptablen Lasten der einsatzstarken Standorte führen wird. Auch war klar, dass die zuletzt festgelegte Vergütung von Außen- und Zweitnotärzten inakzeptabel niedrig ausfällt und so die Spitzenabdeckung sowie die Sicherung entlegener Versorgungsgebiete gefährdet wird. 
Leider war nun offenbar unter dem Druck der vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Fristen keine weitere Verhandlung mehr möglich, so dass trotz aller Widerstände das im Vergleich zum initialen Kassenmodell und zur gegenwärtigen Vergütungsregelung deutlich verbesserte, aber im Detail immer noch inakzeptable Vergütungsmodell-2015 vertraglich vereinbart wurde. 

Die Fakten 

Zunächst muss klargestellt werden, was das Vergütungsmodell-2015 wirklich bewirkt. 

Der Leistungsbezug ist im Gegensatz zu Kassenmodell auch im neuen Vergütungsmodell erhalten geblieben. Das Bestreben der Kostenträger - wie sonst überwiegend in Deutschland bereits praktiziert - ein reines Pauschalmodell für die Vergütung durchzusetzen, war nicht erfolgreich. 
Das Morbiditätsrisiko geht nun nicht mehr wie im oben beschriebenen Kassenmodell zu Lasten der Notärzte. Das berechnete Budget ist nach oben offen, sofern eine unerwartete Einsatzmehrung das Überschreiten der Budgetgrenzen erforderlich macht. Das gilt allerdings nicht für Budget-Überschreitungen aus anderem Grund. 
In der Summe stehen im Notarztdienst für 2015 und 2016 gegenüber dem für 2014 vertraglich festgeschriebenen Budget 5Mio€, d.h. 8,6% mehr Geld zur Verfügung. Das ist eine deutliche Erhöhung. Es muss aber auch darauf hingewiesen werden, dass es sich um die erste Erhöhung der Vergütung seit 2006 handelt, womit sich die Höhe der Budgetsteigerung relativiert. 
Die Verteilung 178 Notarztstandorte können ab 1.1.2015 mit einer Erhöhung der Vergütung von im Mittel 26,25% rechnen, die neue Vergütungsregelung kennt aber auch 48 Standorte, die im Vergleich zu 2013 mit Einbußen von im Mittel 15,76% zu rechnen haben. Außen- und Zweitnotärzte werden — in Ermangelung einer Grundvergütung — nur noch mit einem Pauschalbetrag von 70€ pro Einsatz bedacht. Eine Kilometerpauschale für Fahrten mit dem eigenen Fahrzeug wird nicht mehr erstattet. 

Besser / Schlechter - Monitoring 

Den unbestritten erfreulichen und eigentlich fröhlich zu feiernden Verhandlungsergebnissen (mehr Geld im System, keine Übernahme des Morbiditätsrisikos, Erhalt des Leistungsbezuges) stand mit Vorliegen der konkreten Zahlen im November leider auch die Sicherheit gegenüber, dass durch das neue Vergütungsmodell ein Teil der Notärzte benachteiligt wird. An den einsatzstarken Standorten, wie auch bei Außen- und Zeitnotärzten kommt es systemimmanent zu inakzeptabel hohen Einbußen. Zwischen KVB und Kostenträgern wurde, so hatte man wohl zum Trost verlautbart, ein „engmaschiges Monitoring“ der Vergütung und der Auswirkungen des Vergütungsmodells auf die Notarzt-Abdeckung in Bayern vereinbart, um bei Bedarf gegensteuern zu können. Dies kann aber naturgemäß erst greifen, wenn das Kind (hier der Notarzt oder schlimmer noch der Patient) schon in den Brunnen gefallen ist. 
Die agbn hält jedes Vergütungs-Monitoring für sinnlos, wenn bereits vorab und ohne Monitoring erkennbar ist, dass eine in Grenzen vielleicht noch akzeptable Umverteilung durch das Vergütungsmodell-2015 mit inakzeptabel hohen Verlusten einiger - und seien es auch nur weniger - Kolleginnen und Kollegen einhergeht. Daher haben wir im November energisch protestiert. Anhand der gleichlautenden Forderungen von agbnund Regionalvertretern fand man in der KVB-Vorstandskommission Konsens, dass in Abstimmung mit den Kostenträgern versucht werden müsse, die umverteilungsbedingten Verluste auf ein erträgliches Maß zu begrenzen. 
Zur Beratung über „Verlustbegrenzungsregelungen“ fand nun die bisher letzte Besprechung am 18.12. statt, die zwar erst um 22.45h endete aber außer einzelnen kursorisch dargestellten und vorgerechneten „potenziellen Möglichkeiten“ noch keine konkreten Aussagen zulässt, ob und wenn ja, welche Regelung wie greifen könnte oder würde. In der Tat müssen offenbar auch alle Änderungen des Vergütungsmodells selbst bei Kostenneutralität - warum auch immer - mit den Kostenträgern abgestimmt werden. Damit ist vor Umstellung des Vergütungsmodells kaum mehr damit zu rechnen, dass - wenn überhaupt - eine „Verlustbegrenzungsregelung“ noch vor dem 1.1.2015 verbindlich bekannt gemacht werden kann. 

Pacta sunt servanda 

Der Vertrag für die Notarztvergütung zwischen Kostenträgern und KVB ist unterschreiben und damit rechtsgültig. Nachdem nicht wenige der notärztlichen Verhandlungsziele erreicht wurden, wird es schwierig sein, aktuell öffentlich zu vermitteln, dass weitere prinzipielle Änderungen erforderlich sind. Dem Argument der Kostenträger, dass 79% der Standorte mit höherem Salär ausgestattet werden, dass eine Steigerung der Gesamtvergütung der Bayerischen Notärzte um 8,6% erfolgt ist und dass die Vergütung des bodengebundenen Notarztdienstes in Bayern weder den Vergleich mit der Vergütung im Hubschrauber noch mit der Vergütung in anderen Bundesländern scheuen muss, wird Öffentlichkeit und Politik einer Fundamentalopposition gegenüber kaum gewogen stimmen. Öffentliches Verständnis für Forderungen ist aber sehr wohl zu erwarten, wenn Einbußen beklagt werden, die in der Hoehe inakzeptabel sind, denen gilt es sich daher weiter - insbesondere im Sinne des Bestandsschutzes - entgegenzustellen. 

Schadensbegrenzung 

Beim Vergütungsmodell-2015 gibt es zwei Sorgenkinder, die getrennt betrachtet werden müssen: 

Die einsatzstarken Standorte: Dass neben der Forderung nach deutlich mehr Geld im System in Anbetracht der Vergütungsunterschiede zwischen den einzelnen Standorten auch eine erträgliche Umverteilung hin zu den teilweise nur marginal vergüteten Schichten an einsatzschwachen Standorten erfolgen musste, war unvermeidlich und auch Gebot kollegialer Fairness. Die Versorgung an den einsatzstarken Standorten ist zudem kaum existenziell bedroht, da selbst ein Rückgang der Vergütung kaum dazu führen wird, dass in den Ballungsräumen die Wartelisten der zahlreichen, sich um Teilnahme bewerbenden Kolleginnen und Kollegen zusammenbrechen. Dennoch ist eine klar definierte Verlustbegrenzung (im Vergleich zur Vergütung der gleichen Arbeitsbelastung im Jahr 2013) der notärztlichen Vergütung unverzichtbar. 

Die Außen- und Zweitnotärzte: 
Wohl auch politisch gewollt sollen Außen- und Zweitnotarzteinsätze auf das erforderliche Maß hin begrenzt werden. Vermutlich sind manche der historisch gewachsenen Außennotarzt-Standorte inzwischen auch wirklich weniger bedeutend und stehen mancherorts sogar in unglücklicher Konkurrenz zum regulären NAD. Hier ist dringend eine objektive und transparente Analyse erforderlich um Erforderlichkeiten von Althergebrachtem zu trennen. Auch die Zahl der Zweitnotarzteinsätze könnten mit Sicherheit durch eine bessere Disposition seitens der Leitstellen, basierend auf jeweils regional adaptierten Alarmierungsalgorithmen, reduziert werden. 

Davon deutlich getrennt werden müssen aber die Außennotärzte, die sich in geografisch ungünstiger Lage bereit erklären immer dann einzuspringen, wenn in ihrer Nähe — d.h. abseits der regulären Versorgung — Not am Mann bzw. Arzt ist. Klar abzugrenzen sind auch die Kolleginnen und Kollegen, die sich bei Versorgungsengpässen bereit erklären als weiterer, nicht dienstplanmäßig geführter Notarzt einzuspringen um Bedarfsspitzen abzudecken. Die beiden letztgenannten, respektablen und unentbehrlichen Kolleginnen und Kollegen können aber nicht über eine Vergütungsbeschränkung für Dispositionsmängel haftbar gemacht werden. Deren Vergütung darf im Interesse der akut bedrohten Patienten nicht in einem inakzeptablen Maß gekürzt werden um dadurch weniger sinnige Einsätze, die aus unglücklichen Dispositionsvorgaben resultieren, wett zu machen. Hier ist in der Tat Handlungsbedarf auf Seiten von ZRF und ÄLRD. 

Vorschlag zur Güte 

Die agbn will sich wie bisher im Interesse unserer Patienten und Notärzte stets als streitbar, in der Sache aber kooperativ positionieren. Das soll auch weiter so bleiben. Wir stellen daher in Anbetracht der von uns begrüßten Verhandlungserfolge bezüglich der Notarztvergütung folgende moderaten Forderungen zur Nachbesserung: 

  • Die Verluste (im Vergleich zur Vergütung der gleichen Arbeitsbelastung im Jahr 2013) der notärztlichen Vergütungen müssen auf maximal 15% begrenzt werden. Berechnungsmaßstab ist dabei die jeweilige Schichtabrechnung des einzelnen Notarztes. Eine „Quersubvention“ der Verluste durch Vergütungsgewinne aus der Arbeit eines Notarztes an weiteren Standorten darf nicht erfolgen. Die Verlustbegrenzung darf zudem nicht zu Lasten der im Vergütungsmodell „gewinnenden“ Standorte gehen. 
  • Die Vergütung für Außen- und Zweitnotarzteinsätze müssen von 70 auf mindestens 100€ pro Einsatz angehoben werden. Darin enthalten sind dann Fahrtkosten bis 15€. Darüber hinausgehende Fahrtkosten sind per Einzelantrag zu begründen und nach Prüfung sachgemäß zu erstatten. 
  • Um der Logik des Vergütungsmodells zu folgen, ist die Regelung, dass Notärzte mit Zulassung an einsatzstarken Standorten - wegen der bisher ungerechten Honorarverteilung - verpflichtend Dienste an einsatzschwachen Standorten übernehmen müssen, aufzuheben. 

Natürlich ist es die Aufgabe der agbn in Vertretung ihrer Mitglieder „niemals zufrieden“ zu sein, solange der Notarztdienst in Bayern und Deutschland noch weit von einer sachgerechten Vergütung entfernt ist. Wir respektieren aber das seit 2006 erstmals positive Signal des im Vorfeld nicht einfach zu erzielenden, jetzt vorliegenden Verhandlungsergebnisses, wenngleich dieses in den genannten Details weiterhin inakzeptabel ist. 

Wir wollen daher keine unerfüllbaren Ansprüche erheben und haben daher für die aus unserer Sicht unvermeidlichen und unmittelbar, d.h. mit 1.1.2015 umzusetzenden Nachbesserungen bewusst erfüllbare und - anhand der uns vorliegenden Zahlen - auch finanzierbare Forderungen gestellt. Das setzt allerdings voraus, dass KVB und Kostenträger verstehen, dass dies als positives Signal unsere Seite zu verstehen ist, nicht als Verhandlungsbasis. Wir schlagen bewusst einen von allen Seiten tragbaren Kompromiss vor und nehmen, wie bei echten Kompromissen so üblich, dafür auch die zu erwartende Kritik aus den eigenen Reihen in Kauf. 

Wir alle wünschen ein friedliches und zufriedenes 2015. In diesem Sinne erwarten wir eine rasche und positive Antwort, wären aber zugegebenermaßen beeindruckt, wenn diese auf Grund der langsamen Mühlen schon unter dem Weihnachtsbaum läge. 

Für die agbn-Vorstandschaft
Peter Sefrin, Björn Hossfeld, Michael Reng und Klaus Friedrich 



Aktuelle Presseerklärung zum Thema - Größte Notarzt-Fortbildung Deutschlands
PDF-Dokument (PDF-Dokument - 68 kB)
 

Abrechnungsprogramm agbnDOC ist verfügbar!


Die agbn hat sich um eine Vereinfachung der Abrechnung mit der KVB bemüht und ein Abrechnungsprogramm agbnDoc erstellt.

Es handelt sich um ein kostenloses, von den Studenten der Medizininformatik an der Hochschule Regensburg programmiertes Offline-Abrechnungsprogramm für die Bayerischen Notärzte. Sie können damit alle von emDoc zur Abrechnung erforderlichen Angaben für beliebig viele Einsätze auf Ihrem Computer eingeben und speichern.


>> weiter zum Abrechnungsprogramm agbnDOC >>

 

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"Critical Incident Reporting System - CIRS" für die Notfallmedizin

Notfallmedizin ist eine ausgesprochene Hochrisiko-Tätigkeit: Nicht selten schwer kranke oder verletzte Patienten, manchmal rapide Verschlechterung, ungünstige Umgebung... Unter diesen schwierigen Bedingungen kommt es immer wieder zu "critical incidents", das heisst kritischen Ereignissen, die häufig gerade noch gut gehen.
Analysiert man solche critical incidents, so kann man typische, immer wieder auftretende Hochrisiko-Situationen identifizieren und daraus Schlüsse ziehen, wie diese critical events erheblich reduziert und die Sicherheit für die Patienten und Notärzte erhöht werden können.
In Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der in Bayern tätigen Notärzte (agbn) wurde deshalb ein Internet-basiertes, absolut anonymes "Critical Incident Reporting System - CIRS" entwickelt. Wir bitten Sie herzlich uns über diese Website critical events/Hochrisiko-Situationen aus dem Notarztdienst zu berichten - die Anonymität ist absolut gewährleistet, die Herkunft des Berichtes kann nicht zurückverfolgt werden. Wir, ein Expertengremium unter Beteiligung der agbn, werten die Berichte aus und stellen Ihnen die Ergebnisse vor, zum Beispiel bei unseren Fortbildungsveranstaltungen.
Damit tragen Sie und wir erheblich dazu bei, dass unsere schwer erkrankten oder verletzten Patienten noch besser und sicherer behandelt werden können. Wir danken Ihnen jetzt schon für Ihre Berichte!


http://www.cirs-notfallmedizin.de


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01.2.2015 20:38:00